Stellen als Badmeister:in im Kanton Graubünden
Die Plattform startet gerade, und die Stellenliste für Graubünden ist noch kurz. Was du hier trotzdem findest: wie der Bündner Bädermarkt funktioniert, welche Löhne realistisch sind, welche Brevets verlangt werden und wie du von Chur, Davos oder aus dem Engadin in die Branche kommst. Sobald Betriebe inserieren, erscheinen ihre Stellen direkt hier.

Was den Bädermarkt in Graubünden ausmacht
In kaum einem Kanton hängen die Bäder so stark am Tourismus. Neben kommunalen Hallen- und Freibädern betreiben Hotels und Thermen eigene Wasserflächen. Allgemein bekannte öffentliche Beispiele sind das Bogn Engiadina in Scuol oder die Therme in Vals. Dazu kommen viele kleine Anlagen, die ausserhalb ihres Tals kaum jemand kennt.
Das prägt die Saison. Es gibt zwei Spitzen: Winter von Dezember bis in den April, Sommer im Juli und August. Dazwischen schliessen manche Hotelbäder für Revision und Unterhalt. Entsprechend viele Stellen sind Saisonstellen oder haben ein schwankendes Pensum. Ganzjährige Vollzeitstellen findest du eher bei Gemeinden und Zweckverbänden.
Arbeitgeber sind also gemischt: Gemeinden und Zweckverbände für die öffentlichen Bäder, private Hotel- und Thermenbetriebe für die touristischen Anlagen. Die Arbeitswege sind ein Thema für sich. Zwischen zwei Tälern liegen schnell eine Stunde Fahrt und ein Pass, der im Winter zu sein kann. Darum bieten viele Betriebe in den Tourismusorten ein Personalzimmer oder eine Wohnung an.
Was bei einer Bewerbung in Graubünden zählt
Fünf Punkte, die den Unterschied machen.
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Gültige Brevets, mit Datum
Brevet Schweizer Badmeister:in oder SLRG Brevet Plus Pool, dazu BLS-AED-SRC Komplett. Alles läuft nach zwei Jahren ab. Leg Kopien mit Ausstellungsdatum bei.
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Früh auf die Saison hin bewerben
Für die Wintersaison suchen Hotelbäder oft schon im Spätsommer, fürs Freibad im Frühling. Wer beide Saisons abdecken kann, ist klar im Vorteil.
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Sprachen erwähnen
Deutsch reicht meist. Italienisch für die Südtäler, Romanisch im Engadin und in der Surselva, Englisch im Gästekontakt sind ein echtes Plus.
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Technik mitbringen
Kleine Teams heisst: Wasseraufbereitung, Messtechnik und Unterhalt gehören dazu. Die Fachbewilligung Badewasserdesinfektion (CHF 1'680) macht dich deutlich interessanter.
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Mobilität und Wohnsituation klären
Brauchst du ein Auto? Gibt es eine Personalwohnung, und was kostet sie? Schreib in die Bewerbung, ob du am Ort wohnen kannst.
Lohnbänder im Kanton Graubünden
Richtwerte brutto bei Vollzeit. In Graubünden streuen sie stärker als im Mittelland: Saisonstellen und kleine Gemeinden liegen eher unten, Thermen und grosse Betriebe oben.
| Funktion | Lohnband | Worauf es im Kanton Graubünden ankommt |
|---|---|---|
| Badaufsicht | CHF 28–40 pro Stunde | Meist Stundenlohn und saisonal. Wintersaison im Hotelbad, Sommer im Freibad. |
| Badmeister:in | CHF 4'800–5'800 pro Monat | Brevet Schweizer Badmeister:in vorausgesetzt. Abend-, Wochenend- und Feiertagsdienst in der Hochsaison. |
| Technik | CHF 5'500–6'800 pro Monat | Fachbewilligung Badewasserdesinfektion und Pikett. Oft für mehrere Anlagen einer Gemeinde zuständig. |
| Betriebsleitung | CHF 6'700–8'300 pro Monat | Budget, Personalplanung über zwei Saisonspitzen, Abstimmung mit Gemeinde oder Hoteldirektion. |
Wege in die Branche – von Graubünden aus
Der Einstieg läuft fast immer über die Aufsicht: SLRG Brevet Plus Pool (vier Jahre gültig) und BLS-AED-SRC Komplett (CHF 100–220, Wiederholung alle zwei Jahre empfohlen), dann Praxis am Beckenrand. BLS-AED-Kurse finden regelmässig in Chur und in den grösseren Talschaften statt. SLRG-Kurse laufen über die Sektionen; Angebot und Preis hängen von der Sektion ab. In Graubünden gibt es mehrere Sektionen, wer näher an Sargans oder am Rheintal wohnt, kann auch dort buchen.
Der nächste Schritt ist das Brevet Schweizer Badmeister:in (OdA igba, ab CHF 640, zwei Jahre gültig). Es hat 2025 das Brevet igba PRO abgelöst. Kursorte liegen meist ausserhalb des Kantons, im Raum Ostschweiz und Zürich. Plane die Anfahrt ein: Nach Bütschwil SG im Toggenburg sind es aus Chur rund anderthalb Stunden mit dem Auto, aus dem Engadin oder dem Puschlav drei bis vier.
Wer länger bleibt, baut aus: Badangestelltenkurs BAKU (CHF 5'600, mit berechtigtem BBF-Rabatt CHF 4'200, vier Kurswochen in Fünftagesblöcken, ab zwölf Monaten Erfahrung, unbefristet), Fachbewilligung Badewasserdesinfektion (CHF 1'680) und später die Fachmann/Fachfrau Badeanlagen mit eidgenössischem Fachausweis (Vorkurs CHF 13'120 plus Prüfung CHF 2'400, Bundesbeitrag zum Vorkurs in der Regel CHF 6'560). In kleinen Bündner Betrieben zahlt sich das aus: Wer Aufsicht, Technik und Führung abdeckt, ist schwer zu ersetzen.
Häufige Fragen aus Graubünden
Brauche ich für eine Saisonstelle im Hotelbad zwingend ein Brevet?
Für die Aufsicht am Becken ja. Ohne gültiges Rettungsbrevet und BLS-AED darfst du nicht allein Aufsicht führen. Für Kasse, Garderobe oder Reinigung gilt das nicht. Solche Einstiege gibt es in Tourismusorten öfter, sie sind aber keine Badmeister-Stelle.
Wie lange sind meine Brevets gültig?
Zwei Jahre – beim Brevet Schweizer Badmeister:in, beim SLRG Brevet Plus Pool und bei BLS-AED-SRC Komplett. Plane die Auffrischung früh. In Randregionen sind Kursplätze schneller weg und die Anfahrt ist länger.
Ist eine Wohnung wirklich oft dabei?
In den Tourismusorten häufig, in Chur und Umgebung eher selten. Üblich sind Personalzimmer oder kleine Wohnungen, teils mit Abzug vom Lohn. Lass dir Miete, Kündigungsfrist und die Regelung bei Saisonende schriftlich geben.
Muss ich Italienisch oder Romanisch sprechen?
Müssen nicht. Im Puschlav, Bergell und Misox ist Italienisch Alltagssprache, im Engadin und in der Surselva begegnet dir Romanisch. Deutsch und etwas Englisch reichen in den meisten Betrieben. Jede weitere Sprache hilft im Gästekontakt und im Team.
Nächster Schritt
Schau, was aktuell offen ist – die Liste wächst mit jedem Betrieb, der inseriert. Und wenn du unsicher bist, welches Brevet für deinen Weg zählt: Die Übersicht erklärt Gültigkeit, Kosten und Reihenfolge.